MenschMedien | Verlag Eckernförde | ||||||
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| Leseproben |
Christiane Feuerstack (Hg.) Christiane Feuerstack Das Gesetz von Geben und Nehmen Gesetze des Geldes Heidemarie Schwermer Markus Feuerstack Matthias Klausener Anne Fischer Martin Rebholz Dora Schmid Florian Hainke Kai Harster Marie-Sabine Gerber | ||||||
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Bibliographische Angaben
| Das Geheimnis der Goldmarie
Arbeit, Geld und Karma
Herausgegeben von
1. Auflage
2008 | ||||||
Phillip Sander | Vor der Volksschule gehe ich ein Jahr in den Kindergarten. Ich solle andere Kinder kennen lernen, hat der Kinderarzt meiner Mutter gesagt. Ich fühle mich befangen. Schule. Es ist mir ein Rätsel, was ich hier soll. Schulische Leistungen fallen mir schwer. Nach der vierten Klasse gehe ich auf meinen Wunsch hin gleich meinen Brüdern auf ein Internat, beende das Dasein der häuslichen Enge. Mit nun zehn Jahren bin ich mehr oder weniger auf mich selbst gestellt. Den Autoritäten, Lehrern und Erziehern, kann ich mein brav sein und mein helfen wollen anbieten. So habe ich meine Ruhe. Gleichwohl bleibt mir der Sinn schulischer Leistungen weiter verborgen. Somnambul schlage ich mich so durch. Pubertierend mache ich mir eine gewisse Schlitzohrigkeit zueigen. Der Stillhaltepakt mit den Autoritäten bricht; Zigaretten, Bier. Der erste Kuss. Mit der Mittleren Reife in der Tasche gehe ich wieder einen Schritt weiter hinaus in die große weite Welt. Was will ich werden? Geld verdienen und Moped fahren sind dran. Klamotten. Ich jobbe. Markenzeichen: der einsame Wolf. Was will die Welt von mir? Ich will nur meine Ruhe. Und habe das große Sehnen. Nach was? Ich bin unterwegs. Innerlich, äußerlich. Zornig, wütend. Was soll ich denn hier! Leere. Ratlosigkeit, auf der Suche nach Liebe, Glück, Geborgenheit. Ich finde Anschluss an zwei Freundeskreise, ein Weichbild sozialer Orientierung entsteht. Berufssuche. Mein Vater war bei der Bahn. So absolviere ich eine Ausbildung bei der Bahn. Dann kommt die Bundeswehr. Ein Bruder ist Krankenpfleger. Ich werde Krankenpfleger. Helfen wollen, das kann ich ja. Hierarchien, Karriere, das berufliche soziale Miteinander befremdet mich. Ich schaue diesem Treiben erst verständnislos, dann enttäuscht zu, vermag dem nichts entgegenzusetzen. Ich steige aus. Sechs Monate bin ich unterwegs. Ich explodiere in die Welt hinein und die Welt umarmt mich. Farben, Klänge, Gerüche, Milieus, Menschen, Städte, Landschaften, Kulturbauten. Ein Schleier fällt. Ich fühle mich eins mit Allem. Jetzt suche ich das Lebendige in dem, was mir gegenübersteht. Und Alles behält sein Geheimnis für sich. Die Mauern, an denen ich entlang laufe, schweigen. Ich trete nicht ein durch die Türen und Tore. Wieder bin ich der Beobachter, einsam, aber ich weiß um Leben. | ||||||
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