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Verlag  Eckernförde

Bibliographische Angaben

 

 

 

 

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Christiane Feuerstack
Samenkörner
karmische Bilder

 

mit einer Einführung in die Karmaerkenntnis

1. Auflage 2006
216 Seiten,
Bilder von Marianne Tralau
Gewicht: 350 g
Höhe: 20,9 cm, Breite: 14,7 cm
Umschlaggestaltung: Dominik Heusel
Umschlagbild: Ritha Elmholt
Illustrationen: Marianne Tralau
Lektorat: Dr. Bernd Seydel

MenschMedien Verlag 

ISBN 3-924964-24-6   14,80 EURO

Leseprobe

Befreiung und Heilung durch Erkenntnis
Erinnerung an vergangene Erdenleben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unserem gewöhnlichen Alltagsbewußtsein sind Erinnerungen an frühere Erdenleben genauso wenig zugänglich wie Erinnerungen an die früheste Kindheit. Trotzdem glauben wir den Erzählungen unserer Eltern, daß wir schon als Säugling existent waren und in unserer Umgebung einiges an Wirkung anrichteten. Umgekehrt richtete diese Umgebung ebenfalls einiges an Wirkungen an, die tief in unserem Unterbewußtsein verankert sind und unser späteres Verhalten prägen können. Aus dieser Erkenntnis hat sich die Psychoanalyse entwickelt, mit deren Hilfe man versucht, frühkindliche Prägungen und Traumatisierungen bewußt zu machen und dadurch zu verarbeiten.

In den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in hypnotischen Rückführungen erstmals die Erfahrung gemacht, daß die Erinnerungen von Klienten sich nicht nur in die Embryonalzeit und den Zeitpunkt vor der Konzeption zurückführen ließen, sondern Bilder und Handlungsabläufe früherer Lebenssituationen ins Bewußtsein traten. Für viele Psychologen war das völlig überraschend, zumal diese Erlebnisse erstaunliche Heilerfolge mit sich brachten. Für diese Heilerfolge ist es überhaupt nicht relevant, ob der Therapeut selber oder der Patient an die Möglichkeit wiederholter Erdenleben glaubt. Es reicht, die symbolische Botschaft dieser Bilder zu verstehen und bewußt zu verarbeiten.

In verschiedenen spirituellen Strömungen, zum Beispiel Theosophie oder Anthroposophie, wurde bereits vor dieser Entdeckung der Psychologen auf die Möglichkeit und Notwendigkeit der Rückerinnerung an frühere Leben gesprochen. Rudolf Steiner wies schon am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts darauf hin, daß spontane Rückerinnerungserlebnisse ab etwa 1930 und zukünftig bei immer mehr Menschen als natürliche Fähigkeit auftreten würden. Es sei aber ebenso wichtig, die geistigen Gesetze zu studieren und diese Fähigkeiten gezielt zu üben, um diese Erlebnisse dann richtig einzuordnen und zu bewältigen.

Dabei geht es nicht nur um Bewußtwerdung und Heilung des einzelnen Menschen, sondern um eine aus diesen Erkenntnissen resultierende Neugestaltung sozialer Strukturen und Umgangsformen, die durch die fortschreitende Individualisierung und den Verfall herkömmlicher Werte gefordert sind. Schwierigkeiten im sozialen Bereich haben ihren Ursprung fast immer in ungelöstem altem Karma.

...

Viele Menschen haben heute solche Eindrücke oder Ahnungen früherer Geschehnisse auch unmittelbar nach einem extremen Erlebnis, nach einer bewegenden Begegnung mit einem anderen Menschen, einem Ort, einer Situation. Oft sind solche Erlebnisse nur flüchtig, werden kaum richtig wahrgenommen geschweige denn ernst genommen. Um zusammenhängende Abläufe und komplexere Zusammenhänge aus früheren Leben wahrnehmen zu können, braucht es sehr viel Übung und Erfahrung. Aus diesem Grund kann es zunächst hilfreich sein, unter Anleitung diese Fähigkeiten zu üben, um nicht nur diese Erinnerungen hervorzurufen, sondern auch erkannte Verstrickungen zu lösen und Belastungen verwandeln zu lernen

Karmische Beziehungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt Ketten karmischer Bindungen, die auf Dauer Bestand haben. Manche nähern sich an, andere entfernen sich voneinander gemäß einer rhythmischen Bewegung, die einzelne Menschen zusammenfinden läßt oder voneinander abstößt. Die karmischen Beziehungen zu Eltern, Geschwistern, Kindern, dem Partner können sehr unterschiedlicher Natur sein. Blutsverwandtschaft kann sowohl die Ursache als auch die Folge karmischer Bindungen und Verstrickungen sein, im positiven wie im negativen Falle. Unglücklich erlebte familiäre Verkettungen haben häufig ihren Ursprung in ungelöstem altem Karma. Gar nicht so selten kommt es vor, daß Eltern einer Individualität ins Leben verhelfen, der sie in einem früheren Dasein das Leben genommen haben. Wenn dann der Wiedergutmachungsimpuls durch alte Haßgefühle behindert wird, kommt es zu zwiespältigen Haß-Liebe-Beziehungen. Ebenfalls häufig kommen wechselnde Rollenverteilungen innerhalb einer Familie vor. Die frühere Tochter oder der Sohn ist jetzt Mutter oder Vater, Bruder oder Schwester.

Starke emotionale Bindungen können ihren Ursprung in schmerzlichen Verlusterlebnissen haben, ebenso in großer Dankbarkeit, Bewunderung oder Verehrung gegenüber Menschen, die einen vielleicht aus einer Gefahr oder einer hilflosen Situation gerettet haben. Gemeinsame Tode durch Unglücksfälle, Kriege, Katastrophen führen mitunter zu ganz neuen starken Verbindungen. Kriegerische Auseinandersetzungen verschiedener Kulturen können zur Folge haben, daß sich die Seelen durch die nachtodliche Sichtweise gedrängt fühlen, auch die gegnerische Seite kennen und verstehen zu lernen. Oft finden sich dann ehemalige Moslems und Kreuzritter oder Indianer und Weiße innerhalb einer Familie wieder. Dadurch werden sie zu einer um Verständnis ringenden Auseinandersetzung genötigt.

Sehr häufig führt natürlich auch der Wunsch, einen geliebten Menschen wieder zu treffen oder begonnene Aufgaben fortzuführen, zu einer Wiederbegegnung. Uneingelöste Versprechen, Schuldgefühle oder Gelübde können weitere Gründe sein. Manche Beziehungen gehen nach einiger Zeit ohne erkennbaren Grund zu Ende, weil vielleicht eine Restschuld, ein Versprechen oder der Wunsch, den anderen Menschen einmal in einer anderen Rolle, einem anderen Lebensalter kennen zu lernen, erledigt ist. Zu einer fortschreitenden Individualisierung gehört es immer auch dazu, diese Zusammenhänge zu durchschauen, um von unbewußt wirkenden Abhängigkeiten und Bindungen frei zu werden.

Karmische Aufgaben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Aufgaben ein Mensch in seinem Leben übernimmt, hängt in unserem Kulturraum immer weniger von äußeren Zwängen oder der sozialen Herkunft ab, sondern von der freien Entscheidung und den Fähigkeiten des Individuums. Je größer die Freiheit, um so größer kann aber auch die Unsicherheit sein, welcher Weg zu einer erfüllenden Lebensgestaltung zu wählen ist. So kann sich die Frage stellen: Welchen Zielen widme ich mein Leben? Wo ist mein Platz in der Welt? Was ist mein Beitrag zum Ganzen? Was ist das Neue, das durch mich in die Welt kommen soll? An welche früheren karmischen Aufgaben oder Fähigkeiten kann ich anknüpfen?

Die Blickrichtung auf äußere Arbeitsfelder und Bedingungen führt an dieser Stelle oft nicht weiter. Vielmehr geht es darum, innere Zielsetzungen zu erkennen, den Impuls, den die Seele aus dem vorgeburtlichen Dasein mitgebracht hat, auf der Erde zur Wirksamkeit zu bringen. Das kann nur ein solcher Impuls sein, der sich nicht am Vergänglichen, sondern am ewigen Wesenskern ausrichtet. So gesehen wird die Frage eher lauten: Was ist es, das sowohl meiner eigenen Entwicklung als auch einem größeren Zusammenhang förderlich ist? Welchen Beitrag kann ich dazu leisten, daß die Erde aus einem Kosmos der Weisheit in einen Kosmos der Liebe verwandelt wird? Mit dieser Formulierung hat Rudolf Steiner einmal das Ziel der Evolution beschrieben, dem sich alle anderen Ziele und Entwicklungsschritte unterordnen.

Das Idealbild eines Menschen, der nur der Liebe und dem eigenen Gewissen verpflichtet ist und nicht von äußeren Konventionen und Zwängen bestimmt wird, finden wir in dem Erdenleben des Christus Jesus, das wie urbildlich alle nur möglichen Aspekte des menschlichen Daseins enthält. Einzelne Aspekte dieses Lebensweges, der wie eine Art Lehrbuch für die Menschheit der Erdenaura eingeprägt wurde, können entscheidende Wegweiser sein, um die eigene Lebensaufgabe verstehen zu lernen. Sowohl in bestimmten Situationen als auch bezogen auf den gesamten Lebensplan können einzelne Szenen dieses übersinnlich wahrnehmbaren Lebenspanoramas richtungsweisend sein.

Ähnlich wie in den bereits dargestellten Übungen kann man darum bitten, eine Szene aus dem Christusleben gezeigt zu bekommen, mit der man in einer inneren Korrespondenz steht. Zeigt sich der Christus als Heiler, als Lehrer, als Einsamer in der Wüste? Als derjenige, der die Händler aus dem Tempel treibt, der sein Kreuz trägt oder an ihm aufgerichtet wird? Werden Aspekte der Mutter sichtbar, Maria mit dem Kind, mit Johannes unter dem Kreuz oder mit dem Leichnam des Sohns?

Selbstverständlich sind solche Bilder nur im übertragenen Sinne, als Symbole für die eigene Lebenssituation zu betrachten, die erst entschlüsselt werden müssen. Was bedeutet zum Beispiel die Brotvermehrung oder das Wandeln auf dem Wasser als urbildliches Geschehen? Die tiefere Bedeutung eines solchen Bildes und der Zusammenhang mit dem eigenen Leben erschließt sich oft erst durch intensives Eintauchen in das Geschehen. Worin besteht die wesentliche Botschaft dieser Szene? Welche innere Haltung hat der Christus in diesem Moment? Was strahlt er aus? Was geht in der Umgebung vor?

Auf die Frage, was dieses Bild mit der eigenen Aufgabe zu tun hat bzw. wie man dem Christus-Impuls am besten dienen kann, können ganz konkrete Hinweise erfolgen, wie die entsprechende Qualität im Alltag verwirklicht werden kann. Das Wesentliche besteht oft in ganz kleinen Dingen, einer Änderung der inneren Einstellung, der Lebenshaltung, der Wahrnehmungsfähigkeit. Aus ersten kleinen Schritten können sich dann auch größere Veränderungen ergeben bis hin zu ganz neuen Lebensthemen, die sich auch in äußeren Aufgaben manifestieren können. In vielen Fällen zeigt sich sogar, daß karmische Verfehlungen oder Traumatisierungen in neue Fähigkeiten und Aufgabenstellungen umgewandelt werden.

Karmische Netzwerke

 

 

 

 

 

 


Zeichnungen: Marianne Tralau

 

Die Arbeit an der eigenen Individualisierung bringt es zwangsläufig mit sich, daß die Notwendigkeit neuer sozialer Formen stärker ins Bewußtsein tritt. Herkömmliche Sozialstrukturen und Gruppenformen funktionieren nicht mehr. Hierarchische Systeme werden der sich entwickelnden Individualität nicht mehr gerecht. Einsamkeit und Unverstandensein lassen oft das Gefühl entstehen, nirgends richtig dazu zu gehören.

Solange es für eine Gruppe oder Institution ein gemeinsames Ziel gibt, das die Menschen verbindet und worin sie sich gegenseitig bestärken, mag es vordergründig den Anschein haben, daß es noch geht. Das wird aber immer weniger der Fall sein, weil in der Zukunft die Entwicklung der Individualität selbst das Ziel sein wird, wogegen äußere Ziele als nicht mehr tragfähig erlebt werden.

Die Suche nach neuen Gemeinschaftsformen muß so lange enttäuscht werden, wie sie sich auf äußere Gruppenbildungen und definierte Ziele beschränkt. Auch sogenannte Netzwerke, die wirtschaftlichen oder inhaltlichen gemeinsamen Zielen dienen, fördern eher den Gruppenegoismus als eine Gemeinschaftsbildung auf der Basis von Freiheit und Achtung individueller Wege.

Neue Arbeits- und Lebensformen können sich nur dort entfalten, wo Abhängigkeiten und Manipulationen aufhören und genügend Raum für freie Initiativen geschaffen wird. Alte und neue karmische Verbindungen, die von einem tiefen Erkennen und Lieben der anderen Individualität geprägt sind, lassen ein überpersönliches, der Menschheitsentwicklung dienendes Netzwerk entstehen, in dem absolute Freiheit und gleichzeitig größte Verbindlichkeit kein Widerspruch mehr sind. Gemäß der Entwicklung vom Unpersönlichen über das Persönliche zum Überpersönlichen werden aus karmischen Verstrickungen karmische Netzwerke, aus alten Knoten freie Herzensverbindungen entstehen.

weiter gehts im Buch

Der kleine Adler in der Wiederkäuerschule (Leseprobe)

eine weitere Geschichte von Christiane Feuerstack
steht nur im Internet:

Henning Übernzaun
(eine überwindende Geschichte)

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